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6.12.14: FORGO am Nikolaustag im Gestüt Evershorst


20.9.14: FOOTLOOSE (hier mit Gestütsmeisterin Iris Lorberg) genießt die letzten Wochen auf den Evershorster Koppeln. (Foto: privat)


20.9.14: FORGO schenkt seinen Besuchern immer viel Aufmerksamkeit. (Foto: privat)


23.8.14: FORGINO in Großenkneten - vier Tage vor seinem starken Auftritt in Deauville (Foto: C. Meyer)


15.8.14: FREYA gewinnt mit Jozef Bojko gegen HEADSTIGHT und PRESENCE in Bad Doberan (Foto: Nolting).


15.8.14: FREYA mit Jozef Bojko nach dem Sieg an der Ostsee (Foto: C. Meyer)


6.8.14: FOOLPROOF (vorn, mit Eugen Frank) bezwingt ANNA BORA in Köln (Foto: Nolting).


1.7.14: FOOLPROOF gewinnt mit Andreas Helfenbein in Hamburg gegen TITANIA (Foto: Nolting).


5.5.14: FOOLPROOF gewinnt mit Andreas Helfenbein in Bremen überlegen gegen BIG TITUS und TRUEMAN (Foto: Nolting)


26.4.14: FORGINO gewinnt in Magdeburg leicht gegen ELSIE PARTRIDGE (Foto: www.galoppfoto.de).


26.4.15: Trainer Toni Potters (li.), Jockey Filip Minarik (M.), FORGINO und sein Führer freuen sich über den Sieg (www.galoppfoto.de)


21.3.14: FORGO bewirbt sich als Model für das Niedersachsen-Wappen


8.3.14: Schönes Wetter: der Fuchs-Hengst FORGO v. SANTIAGO a.d. FORLISTA


8.3.14: Mama FORLISTA ist immer bereit.


8.3.14: Der SANTIAGO-Hengst FORGO im Portrait

Beste Saison seit Gründung der Stallgemeinschaft



9 Siege, 48.044 Euro Gewinnsumme für die „Silbereiche-Zöglinge“, 8.825,84 Euro Züchterprämie - alles neue Bestwerte. Dazu Platz 45 in der deutschen Züchterstatistik – und das mit den Nachkommen einer Mutterstute, nämlich FORLEA.

Es lief von Ende März bis Anfang September wie am Schnürchen. FOOLPROOF steigerte sich um 11 kg im GAG, FREYA um 5,5 kg, FORGINO um 8 kg und Dauer(b)renner FOR PRO eroberte sich den 2. Platz nach Lebensgewinnsumme in der Historie der Silbereiche-Zucht. Alle vier Startpferde waren Doppelsieger, FOOLPROOF gewann sogar dreimal.

Der um einen humorigen Spruch nie verlegene neue Trainer Toni Potters erwies sich im Jörgensen-Quartier, wo die FORLEA-Nachkommen nach Klasse dominieren, als Erfolgsgarant, aber auch Pavel Vovcenko und sein Team zeigten sich als Könner ihres Fachs bei der „Reparatur“ von FREYAs Nervenkostüm.

Und mit einer Portion Optimismus darf man sich auch den Ausblick für 2015 rosarot malen: FORGINO etabliert sich in der Listenklasse, FOOLPROOF punktet bei den top-dotierten Handicaps in Hamburg und Baden-Baden, FREYA steigert sich beträchtlich und qualifiziert sich doch noch als Mutterstute, FOR PRO gewinnt auch als 10-jähriger und FOOTLOOSE zeigt erste Rennklasse als 2-jährige. Dazu ein gesundes FORLISTA-Fohlen von SANTIAGO und ein „netter“ Verkaufserlös für FORGO, verbunden (viel wichtiger!) mit dem Wechsel in ein gutes Trainingsquartier. Das wär’s doch! Es wird vielleicht nicht alles gelingen, aber wenn sich das Turf-Glück mal wieder zur anderen Seite neigt, dann kann man ja diese Ausgabe der Weihnachtspost hervorholen und zum Trost in den „alten Zeiten“ der Saison 2014 schwelgen.

Noch 3 Siege fehlen bis zum 100. Sieg der Silbereiche-Zucht, die 1981 mit der Bedeckung von PARICA begann und mit PARLOs Sieg 1987 in Bad Harzburg ihren ersten Treffer markierte. Es beginnt im Rückblick die Zeit des Philosophierens, aber fest steht schon jetzt: Mit der (grob geschätzt) halben Million Euro, die die Silbereiche-Mitglieder in dieser Zeit in die Zucht und z.T. auch in den Rennstall investiert haben, haben sie viele schöne Stunden im Gestüt und viele aufregende Stunden auf der Rennbahn erlebt und viele interessante Leute kennengelernt. Zum Vergleich: Ein Tresor voll Gold oder eine Luxusimmobilie sind doch dagegen echt langweilig und zudem wenig kommunikativ …






FORLISTA – ihr Halbbruder gibt den Deckhengst vor ...

gez. 2003, S. v. Kallisto - Forlea (Bes.: Stall Silbereiche)



Die als slowakische Listen-Siegerin mit Black Type gewürdigte FORLISTA bleibt vorerst die einzige Stute in der Silbereiche-Zucht. Für ihren österreichischen Vorbesitzer Dr. Johann Strobl hatte sie mit einem eingegangenen Fohlen zuerst sehr viel Pech entwickelt, zumal auch ihr zweiter Nachkomme FEUERBACH gesundheitlich gehandicapt ist und im Rennstall noch keine Bäume ausgerissen hat.

Für die Silbereiche-Zucht hat die KALLISTO-Stute nun FOOTLOOSE (nach MAMOOL) und FORGO (nach SANTIAGO) gebracht. Aktuell ist sie wieder tragend von SANTIAGO und wird voraussichtlich Ende März 2015 abfohlen.

Als Deckhengst für 2015 haben die Silbereiche-Mitglieder früh IT‘S GINO im Union-Gestüt favoritisiert und nunmehr auch fest gebucht. Hauptargument aus eigener Zucht ist der vielversprechende FORGINO, der aus der Paarung von FORLISTAs Mutter FORLEA mit dem PERUGINO-Sohn entstammt. Aber auch das ausgezeichnete Verhältnis Sieger/Starter bei IT‘S GINOs ersten Nachkommen machen den Arc-Dritten zu einem attraktiven Angebot im mittleren Preissegment.



FORLEA bekommt ihr Gnadenbrot

gez. 1996, S. v. Lead on Time - Fonseca (Bes.: Stall Silbereiche)



Zwei Jahre war FORLEA nach KALLISTO güst geblieben, weitere zwei Jahre wurde sie nun nicht gedeckt. In diesem Jahr hat der Stall Silbereiche den Versuch unternommen, die 18-jährige LEAD ON TIME-Tochter mit tierärztlicher Hilfe noch einmal erfolgversprechend für einen Zuchtversuch in 2015 vorzubereiten. Bei der Herbstuntersuchung des Direktoriums gab es einen eindeutigen Ratschlag: Nehmt davon Abstand! Damit ist das Kapitel „Mutterstute“ für FORLEA endgültig beendet – nach neun Nachkommen, davon acht auf der Bahn, alle Sieger. mit insgesamt bisher 38 Siegen. FORLEA bekommt im Gestüt Evershorst ihr Gnadenbrot.



FOR PRO – Jahr für Jahr eine Bank auf Siege

gez. 2005, H. v. Protektor - Forlea (Bes.: Frau Edith Jörgensen, Tr.: Toni Potters)



Im letzten Jahr wurde der Bericht über den PROTEKTOR-Sohn mit der Frage begonnen, ob er seine konstante Form auch als 9-jähriger bringt. Diese Frage darf man auch zwölf Monate später wieder stellen: in Bezug auf das Rennjahr 2015. Jedenfalls hat FOR PRO 2014 in der nunmehr fünften Saison hintereinander bei passenden Bedingungen im Frühjahr und Sommer wieder Leistungen um 65 kg gezeigt und damit neben drei vierten Plätzen zweimal gewonnen und 7.500 Euro verdient. Betrachtet man seine komplette Rennlaufbahn, ist er nach Anzahl der Siege (11) nun das erfolgreichste Pferd der Silbereiche-Zucht, nach Gewinnsumme (53.870,-- Euro) hat er nun den zweiten Platz hinter PASCO (75.313,29 Euro) erobert.

Darüber hinaus beweist er allen Gegnern unseres Rennsports, dass Rennpferde auch Spaß an ihrem Beruf haben. FOR PRO möchte immer laufen, ist immer wach und interessiert. Auch derzeit ist es wieder so: sein Wunsch nach einem weiteren Start wird ihm drei Tage vor Heiligabend auf der Sandbahn (nach Redaktionsschluss) noch einmal erfüllt.

Inzwischen gibt es Überlegungen im Rennstall in Großenkneten, FOR PRO aus dem Rennbetrieb zu nehmen, schließlich ist er 2015 zehn Jahre alt. Als interessierter Beobachter muss man jedoch befürchten, dass FOR PRO Depressionen bekommt, wenn er keine Rennen mehr bestreiten darf. Häng’ noch ein Jahr dran, FOR PRO! Schließlich fehlen dir nur noch sechs Starts an den 100 – und dann bis du auch in dieser Wertung auf Platz 1 in der Silbereiche-Zucht.

2014 kam FOR PRO etwas später als sonst in die Gänge. Bei seinem gewohnten Jahresdebut Mitte März auf der Neusser Sandbahn und Anfang April auf Gras in Frankfurt landete er noch auf den letzten Plätzen. Am 26. April zeigte FOR PRO mit Michelle Blumenauer mit Platz 5 hinter BALINUS, PARTNER, KENIA und STERNGOLD einen ersten Ansatz in Magdeburg über 1550 m. Aber der runde Kurs in Magdeburg ist nicht seine Lieblingsbahn, auch war die Strecke etwas lang. Gerade mit dieser Bewertung konnte man mit Optimismus den nächsten Start angehen: erstmals mit Steffi Hofer und einer geschliffenen GAG-Marke von 60 kg galoppierte FOR PRO am 24. Mai über 1400 m in Mülheim a.d. Ruhr von der Spitze aus seinen fünf Gegnern davon und ließ u.a. den Favoriten MISTER MACKENZIE und die „alten“ Hasen TASMEEN und VALHILLEN hinter sich. Der Ausgleich III (-6) war mit 3000 Euro für den Sieger dotiert.

Seinen Sieg bestätigte FOR PRO durch vierte Plätze am 9. Juni in Hannover (mit Eugen Frank) und während der Derby-Woche am 8. Juli in Hamburg-Horn (wieder mit Steffi Hofer), jeweils im Ausgleich III (-8) über 1400 m. Bei beiden Starts war der Boden ungleichmäßig gut und weich, das mag FOR PRO nicht, während bei seinem Sieg in Mülheim der Boden durch den Vortagsregen gleichmäßig weich war – dass kann er.

In die Kategorie „ganz gut gelaufen“ fällt auch der 5. Platz im Agl. II (-10) über 1400 m am 27. Juli in Krefeld hinter auf den Top-Bahnen erprobten Pferden wie LEMORTON, VOLANY, NAREION und BLACK COOL CAT. Mit der schweizer Besitzertrainerin und Reiterin Yvonne Rebecca Donzé, die auch noch 3 kg Erlaubnis in den Sattel brachte, hatte Toni Potters eine fast „exotische“ Reiterin für FOR PRO verpflichtet. Es war übrigens kein schlechter Ritt.

Im Anschluss daran ging es am 14. August an die Ostsee nach Bad Doberan, eine von FOR PROs Lieblingsbahnen. Mit Jozef Bojko im Sattel bestritt er einen Agl. III (-5) über 1300 m. In dem bei gutem Boden schnell gelaufenen Rennen mochte man während des Rennens nicht an einen Sieg glauben, doch aus dritter Position manövrierte Jockey Bojko FOR PRO eingangs der Zielgeraden innen schlagartig an die Spitze und hielt seine sechs Gegner, die im Pulk kämpfend über die Ziellinie kamen, mit 1 3/4 Längen leicht in Schach. BALINUS, JUPITER und KOOL AND THE GANG landeten auf den bezahlten Plätzen hinter FOR PRO, der für Edith Jörgensen eine Prämie von 3.100 Euro verdiente.

Nun war FOR PRO wieder bei einer Marke von 65 kg angelangt, die er gleich beim nächsten Start am 3. Oktober mit Daniele Porcu – etwas unerwartet – bestätigte. Denn in Köln ist die Zielgerade zu lang und auch die Distanz im Agl. III (-5,5) über 1600 m ist auf dieser Bahn mindestens 200 m zu lang für FOR PRO. Trotzdem hielt sich FOR PRO unter Jockey Porcu, der als guter „Frontreiter“ bekannt ist, lange an der Spitze. Erst auf den letzten Metern gingen SATURDAY und SEE DEX und ganz zuletzt auch noch SAO PAULO vorbei. Für FOR PRO blieb nach einer starken Leistung nur Platz 4 übrig, man hätte ihm in der Geraden den Zielpfosten am liebsten entgegengetragen …

Auch beim nächsten Start am 31. Oktober in Magdeburg zeigte FOR PRO mit Platz 5 über 1300 m eine passable Form (Sieger ALBIZIA vor ACH WAS), doch auf der Bahn am Herrenkrug kommen über diese Distanz die reinen Sprinter einfach besser zurecht. Inzwischen war die Saison spät im Herbst angelangt, so dass der letzte Platz von FOR PRO beim letzten Grasbahnstart am 15. November in Bremen im Agl. III (-6) über 1600 m schnell in den „Mülleimer“ mit der Aufschrift „Unwichtigkeiten des Jahres“ geworfen werden sollte. Immerhin gab es noch etwas Nachlass im Handicap – mit 63,5 kg startet FOR PRO – hoffentlich - in seine Saison als 10-jähriger.



FOOLPROOF - sein Stern geht 2014 richtig auf

gez. 2009, W. v. Mamool - Forlea (Bes.: Galopp-Club Niedersachsen, Tr.: Toni Potters)



„FOOLPROOF hat noch Nachholbedarf!“ – so hieß die Schlagzeile zum MAMOOL-Sohn im letzten Jahr. Trotzdem konnte niemand damit rechnen, dass der 5-jährige in 2014 so auftrumpft – und das überwiegend auf den Nobelbahnen in Hamburg, Köln und Baden-Baden. Am Ende des Jahres summierten sich drei Siege und drei zweite Plätze zu einer Gewinnsumme von 19.100 Euro – damit verbunden war ein Sprung im Generalausgleich um 11 kg nach oben (von 58,5 auf 69,5 kg).

Im Frühjahr hatte Hans-Heinrich Jörgensen die Idee, einen Galoppclub im Oldenburger Land zu gründen, um den neuen Trainer Toni Potters zu unterstützen und mehr Leute in dieser Region für den Rennsport zu begeistern. Bewusst oder unbewusst verpachtete er sein steigerungsfähigstes Pferd – nämlich FOOLPROOF - an den Galopp-Club Niedersachsen, dessen Leitung seine Tochter Meike übernahm. Es sollte ein Traumstart für den Galopp-Club werden.

Grundlage für die großartige Leistungssteigerung war aus Silbereiche-Sicht auch eine leichte Fehlinterpretation seiner Rennen in der zweiten Jahreshälfte 2013. Nach seinem Sieg im August in Hannover bestätigte er seine neue Marke mit mehreren Platzierungen auf weichem Boden. Den kann er also auch – so dachten wir, doch das Jahr 2014 zeigte, dass FOOLPROOF auf guten Boden viel besser aufgehoben ist.

Bereits beim Jahresdebut am 23. März in Krefeld lief FOOLPROOF – mit Scheuklappen und noch in den Jörgensen-Farben – in einem Agl. III (-4) über 2050 m hinter dem überlegenen Sieger INITIATOR auf den zweiten Platz. Das Geläuf war weich, Anders als am 5. Mai in Bremen, als der MAMOOL-Sohn sein erstes Rennen für den Galopp-Club Niedersachsen bestritt. Bei gutem Boden und wieder mit Andreas Helfenbein im Sattel, aber ohne Scheuklappen, deklassierte er in einem Agl. IV (+2) über 1600 m seine 12 Gegner überlegen mit 4 1/2 Längen. BIG TITUS und TRUEMAN hießen die Platzierten. Dieser mit 3000 Euro dotierte Sieg machte Appetit auf mehr.

Von nun an trat er nur noch in Baden-Baden, Hamburg und Köln an. Am 31. Mai beim Frühjahrs-Meeting in Baden-Baden musste er sich im Agl. III (-8) über 1600 m knapp mit einer halben Länge der Stech-Stute TITANIA beugen. Aber ein Platzgeld von 2100 Euro ohne Aufgewicht ist Treibstoff für die Jahresgewinnsumme. Am 1. Juli in Hamburg-Horn drehte FOOLPROOF den Spieß gegenüber TITANIA um. Bei gleicher Ausschreibung, aber unter veränderten Gewichtsverhältnissen, bezwang er die Stute leicht mit zwei Längen. Es war der „Preis des HSV“: bei der Siegerehrung harmonierten HSV-Profi Dennis Diekmeier und Jockey Andreas Helfenbein in ihrem roten Dress, anschließend gratulierte die komplette Bundesliga-Mannschaft einschl. des damaligen Trainers Mirko Slomka den Vertretern des Galopp-Clubs, die an diesem Tag brutto 6.000 Euro auf der Haben-Seite verbuchen konnten, und Trainer Toni Potters.

Als nächste Aufgabe wurde FOOLPROOF am 6. August ein Agl. III (-6) über 1850 m in Köln vorgesetzt. Ein schonender Aufgalopp für Baden-Baden? Mitnichten! Für den verhinderten Andreas Helfenbein saß erstmals Eugen Frank im Sattel. Und der hatte mit ANNA BORA, RED TRUMP und ROCK SHANDY wenig Mühe: der Zielrichter notierte einen sicheren 1 1/4-Längen-Sieg. Wie schon in Hamburg ging FOOLPROOF im Vorderfeld mit, um sich dann in der Zielgeraden mit einem kräftigen Vorstoß an die Spitze zu setzen und diese bis ins Ziel zu verteidigen. 4.000 Euro gab es für den Sieg.

Sollte es nun in Baden-Baden noch einmal klappen? FOOLPROOF war nun in einer anderen „Gesellschaft“ angekommen: in einem Ausgleich II (-18) ging es mit dem leichten Gewicht von 53 kg und wieder mit Andreas Helfenbein gegen sechs Iffezheim-erprobte Gegner. Neben dem Silbereiche-Zögling gab es noch einen anderen Spezialisten für guten Boden und der hieß PROUD CITIZEN aus dem Kujath-Stall. Und wie beim Frühjahrs-Meeting musste sich FOOLPROOF wieder nur mit einer halben Läge geschlagen geben, zwei Längen dahinter FUJIYAMA DANON, JACKOBO und TRICKY TIGER. Es war auch in der Niederlage eine gute Leistung, die mit 2.800 Euro versüßt wurde.

Bei den letzten beiden Jahresstarts am 28. September in Köln über 1400 m (Sieger: DRAGOSLAV) und am 19. Oktober in Baden-Baden über 1600m (Sieger: DIPLOMAT) fand FOOLPROOF dann keine idealen Bedingungen mehr vor. In Köln (Platz 5) war die Distanz zu kurz und in Baden-Baden (Platz 9) der Boden zu weich. Beide Starts brachten 1,5 kg Nachlass im Handicap, so dass die nächste Saison mit 69,5 kg im Handicap in Angriff genommen wird.

Trainer Toni Potters glaubt, dass sich FOOLPROOF, der zu Beginn der Winterpause kastriert wurde, auf Ausgleich II-Niveau auch in 2015 bewähren wird, was er im Spätsommer in Iffezheim bereits bewiesen hat. Vielleicht „knackt“ er auch die für die Silbereiche-Zucht meistens uneinnehmbare „Festung Baden-Baden“, was bisher nur PHARLOC gelungen ist. Schließlich ist er bei den diesjährigen Versuchen zweimal nur knapp gescheitert.



FREYA steigert sich und hängt noch eine Saison dran

gez. 2010, S. v. Areion - Forlea (Bes.: Stall Kalifornia, Tr.: Pavel Vovcenko)



FREYA war als 3-jährige im Vorjahr die große Enttäuschung. Die Gründe waren bekannt: sie musste ihre nervlichen Probleme vor und während des Rennens in den Griff bekommen. Trainer Pavel Vovcenko und sein Team mit Cevin Chan an der Spitze machten diesbezüglich einen guten Job: so waren schon im Herbst 2013 erhebliche Fortschritte zu erkennen.

Allerdings erwies sich die Strategie, schon während Sandbahnsaison 2013/14 den kurzfristigen Erfolg zu suchen, im nachhinein als Fehlentscheidung. Nach einem dritten Platz Mitte Dezember 2013 in Neuss begann FREYA das neue Jahr mit zwei enttäuschenden Vorstellungen auf der Dortmunder Sandbahn: Platz 11 (von 12 Startern) am 7. Januar und Platz 6 (von 10 Startern) am 4. Februar. Besitzer und Trainer waren sich einig: Auch wenn sechs Wochen später schon die Grasbahnsaison 2014 wieder vom Start ging, brauchte FREYA nun eine Pause. Die AREION-Tochter bekam nun ein paar Wochen „Koppel-Urlaub“ und nutzte diese Zeit sehr wohl: Als sie im April wieder das Training aufnahm, war sie noch einmal gewachsen, hatte ausgelegt und präsentierte sich auch nervlich stabiler. Am 4. Juni gab FREYA dann ihr Grasbahn-Saisondebut mit Bayarsaikhan Ganbat in Krefeld über 1300 m. 53,5 kg stand sie im Handicap, das sollte doch in den nächsten Wochen das Sprungbrett für eine gelungene Saison sein. In Krefeld fehlte jedoch noch eine Ecke Kondition, so dass nicht mehr als der vorletzte Platz heraussprang.

Die Zweifel wurden erst am 22. Juni in Bremen besiegt. Unter Jozef Bojko und erstmals mit Scheuklappen legte FREYA über 1200 m ein Höllentempo vor, führte teilweise mit Weile und sah noch 100 Meter vor dem Ziel wie der sichere Sieger aus. Doch die Bremer Zielgerade ist lang – und kurz vor dem Ziel ging TINDORETTE noch vorbei. Auf diese Form, die sowohl die Siegerin als auch die Drittplatzierte SOL Y VIDA später bestätigten, konnte man aufbauen.

Ein ähnliches Szenario wie in Bremen erlebten die Zuschauer mit FREYA am 3. Juli in Hamburg über die Distanz von 1000 m, nur konnte Jozef Bojko die Stute an diesem Tag an der Spitze schon etwas besser regulieren. Der Boden war passend gut, doch das galt auch für den Spezialisten SHINKO DANON, der FREYA kurz vor dem Ziel mit einem Kopf Vorsprung den Sieg entriss. Zwei Längen dahinter folgten mit MIRACLE S, ZUZU ANGEL und OHNE TADEL Pferde, die im späteren Verlauf der Saison starke Auftritte hinlegten.

Mit den zwei zweiten Plätzen und damit verbundenen dicken Platzgeldern aus Bremen und Hamburg (1.200 und 2.000 Euro) im Gepäck stand FREYA am 20. Juli über 1200 m in Bad Harzburg nun deutlich zum Sieg. Im Sattel saß erstmals ihr Arbeitsreiter Cevin Chan. Seit Wochen „feilte“ er im Training daran, FREYA im Rennen besser lenken zu können. Die Früchte seiner Arbeit erntete Cevin Chan selbst in diesem Rennen. Mit FREYA (erstmals mit Seitenblendern) übernahm er zwar wieder die Spitze, dosierte aber das Tempo – und das auch noch, als es bergab in die Zielgerade ging. Erst nach dem Übergang gab der Jockey „Gas“ und hatte FREYA für einen leichten Zwei-Längen-Sieg gegen OHNE TADEL und TARDIEU genügend Kraft bewahrt. 2.444 Euro klingelten in der Kasse des Stall Kalifornia, die fast vollständig versammelt um die Wette strahlten. Und auch Promi „Naddel“ (=Nadja abd el Farrag), Dieter Bohlens Ex, lächelte entspannt bei der Übergabe der Ehrenpreise, aber erst nachdem ihr ein Offizieller vom Rennverein erklärt hatte, woran man denn nun einen Jockey erkennt („Sehen Sie den Herrn mit dem bunten Dress da in der Mitte …“).

Noch mehr Eindruck hinterließ FREYA beim folgenden Start am 15. August – wieder über 1200 m - in Bad Doberan. Nachdem vor Beginn der Veranstaltung starke Windböen die Startmaschine „umgepustet“ hatten, gab es an diesem Tag nur Flaggenstarts. Gerade dabei zeigte sich, wie ruhig FREYA inzwischen vor dem Rennen geworden ist. Wieder mit Jozef Bojko im Sattel eroberte sie schon vor dem ersten Bogen die Spitze und verabschiedete sich in der Geraden leicht mit drei Längen vom restlichen Feld mit HEADSTIGHT und PRESENCE auf den Ehrenplätzen. 2.400 Euro war die Siegdotierung.

52,5 kg in Bad Harzburg, 56 kg in Bad Doberan – und nun ging es mit 60,0 kg GAG in einen 1000 m-Sprint am 5. September nach Baden-Baden. Die Hoffnungen waren groß, nicht nur bei den Besitzern, sondern auch die Wetter machten FREYA (47:10) im 12 Pferde-Feld zur Favoritin. Aber als sich FREYA und WORLD’S DANGER heftig um die Spitze stritten, konnte man schon Böses ahnen. Letzterer, der bei allen anderen 24 Jahresstarts sein Rennen deutlich von der Spitze aus gestaltet hat, musste FREYA sogar kurzzeitig den Vortritt lassen, aber hatte der Stute damit auch „den Zahn gezogen“. Schon kurz nach dem Knick sah sich FREYA auch noch von TINDORETTE bedrängt und … strich die Segel: Platz 9 - das war schon enttäuschend. Es gewann AVOW vor TINDORETTE und WORLD’S DANGER. Pavel Vovcenko hatte aber auch noch eine andere Erklärung für die schwache Vorstellung: FREYA ist kein Reisepferd und wird insbesondere dann wieder unruhig, wenn sie eine Nacht in einem fremden Stall verbringen muss.

Dazu gesellte sich die Erkenntnis, dass die Saison für eine Boden-gut-Spezialistin eigentlich viel zu kurz ist, wenn sie erst Anfang Juni beginnt. Flugs war man sich mit dem Stall Silbereiche einig, den Pachtvertrag um ein Jahr zu verlängern, denn alle waren sich einig, dass FREYA noch zu steigern ist, aber eben nicht bei weichem Boden. Zudem ist ein GAG von ca. 60 kg trotz der Vaterschaft von Championdeckhengst AREION noch keine ausreichende Empfehlung für einen Platz in der Silbereiche-Zucht.

Die beiden nachfolgenden Starts auf der Grasbahn in Neuss belegten die Richtigkeit dieser Thesen. Der wendige Kurs in Neuss liegt der Stute, doch am 21. Oktober war der Boden nach heftigen Regenschauern während der Veranstaltung zu schwer. Trotzdem langte es mit Jozef Bojko noch zu einem mit 800 Euro dotierten 4. Platz (bei 11 Startern, Sieger: OHNE TADEL). Und am 18. November (FREYAs letzter Jahresstart) lief sie in einem derart starken Feld, wie man es sonst nur in Baden-Baden antrifft: LEODERPROFI gewann vor TINDORETTE und WORLD’S DANGER. Als Sechste im 9er-Feld hatte FREYA keine drei Längen Rückstand zum Sieger und keine Länge Abstand zum Drittplatzierten. Das Interessante an beiden Neusser Starts war, dass Bojko FREYA während des Rennens mehr in der Mitte des Feldes hielt und die Stute auch dort gut dirigieren konnte.

8.844 Euro verdiente FREYA in 2014. Mit 59 kg startet sie in der Saison 2015, wo sie sich bei gutem Boden und auf runden Kursen und/oder kurzen Zielgeraden noch steigern wird. Wie hoch es aber im Handicap noch geht, das bleibt die spannende Frage. Halbbruder FOOLPROOF hat in diesem Jahr bewiesen, dass man sich auch mit 5 Jahren noch um 11 kg steigern kann …



FORGINO – der neue Crack

gez. 2011, W. v. It's Gino - Forlea (Bes.: Frau Edith Jörgensen, Tr.: Toni Potters)



Wenn ein 3-jähriger nach zwei „netten“ Platzierungen im Vorjahr mit 69 kg im Handicap in die Saison startet, dann stellt sich erst einmal die Frage: Kann er diese Marke überhaupt? FORGINO beantwortete die Frage bereits am 22. März bei seinem Saisondebut über 1400 m in Krefeld: Unter Jozef Bojko war er als 148:10-Außenseiter bei unpassendem weichen Boden nur zweimal eine 3/4-Länge hinter ANOTHER BEAT und WILD STEP zurück, den Rest des Feldes distanzierte er mit 8 Längen und mehr.

So musste der IT‘S GINO-Sohn fünf Wochen später in Magdeburg über 1300 m auf gutem Boden - diesmal mit Filip Minarik - zum Sieg stehen. Am Toto wurden zwar die Pferde aus den großen Ställen Hirschberger (TAHMINEH, Platz 3) und Wöhler (HELLO HONEY, Platz 5) mehr gewettet als FORGINO (41:10), doch dieser machte aus dritter Position vorstoßend in der Geraden schnell allen klar, wer hier die beste Klasse im Feld vertritt. Allein ELSIE PARTRIDGE, die 7 kg weniger im Sattel hatte, schien für einen Moment in der Distanz kurz gefährlich zu sein, doch FORGINO konterte sofort und gewann leicht mit zwei Längen. Damit war er der erste Sieger für seinen Vater IT‘S GINO und das wurde auch noch mit für Magdeburger Verhältnisse üppigen 5.000 Euro belohnt.

Der nächste Start am 9. Juni über 1600 m in Hannover verlief unglücklich, da Jockey Eugen Frank auf dem sehr unterschiedlichen Geläuf von hinten kommend eine sehr aufgeweichte Spur in der Mitte des Geläufs wählte. Trotzdem zeigte FORGINO viel Speed und musste nur WADESHDA und WILDPARK mit Hals - zwei Längen den Vortritt lassen.

Viel Speed? Wer sich bisher mit den FORLEA-Nachkommen intensiver beschäftigt hat, kommt ins Staunen, denn viel Speed hat keiner von FORGINOs acht geprüften Halbgeschwistern, einige sind sogar ausgesprochene Frontrenner.

Der nächste Start am 21. Juni in Düsseldorf brachte für Trainer Toni Potters dann die endgültige Bestätigung, dass er ein Klassepferd im Rennstall hat. Mit Adrie de Vries bestritt er ein 1400 m-

Rennen auf optimal gutem Geläuf. SHARIN und GENARO, der in den Auktionsrennen der Saison als mehrfach Platzierter 17.000 Euro verdiente, machten das Tempo, FORGINO lauerte dahinter. In der Zielgeraden zog FORGINO dann auf kurzes Nachfragen seines Jockeys mit einem gewaltigen Antritt an seinen beiden Kontrahenten vorbei und gewann überlegen mit 3 Längen vor SHARIN und GENARO, die bis ins Ziel weiter um den Ehrenplatz kämpften. Sogar Jockey de Vries war beeindruckt. 3.000 Euro verdiente FORGINO an diesem Tag, das war nicht übermäßig viel, aber wichtiger war, dass Toni Potters von nun an seinem Schützling Listenrennen-Format attestierte und ihn als Nachfolger seines Stallcracks SIR OSCAR ansah.

Mit einem GAG von 75,5 kg wollte der Trainer nun nicht sofort gegen die älteren Pferde im Ausgleich antreten, sondern er wählte nach einer kleinen Pause ein Kategorie B-Rennen über 1500 m am 27. August auf Fibersand in Deauville aus. Unter den sieben Gegnern waren gleich mehrere Pferde, die nach ihrem Rating in Deutschland zwischen 80 und 90 kg anzusiedeln waren. Keine Chance für FORGINO? Das glaubte wohl auch sein französicher Reiter Ioritz Mendizibal. FORGINO kam etwas schwer auf die Beine und lag lange am Ende des Feldes. In der Zielgeraden setzte ihn sein Jockey dann etwas spät ein, denn mit seinem fulminanten Speed stieß er auf Platz 4 vor und hätte wenig später auch den Dritten ABSOLON erreicht. Vorne waren CABRAL und JALLY deutlich besser: 1 1/2 - 2 1/2 - 1/2 - 1 1/2 Längen lautete der Richterspruch. Der mit 3.400 Euro dotierte 4. Platz war eine Form, die eher oberhalb von 80 kg anzusiedeln war, denn auch der Fünftplatzierte DORNOCH hatte vorzeigbare Vorformen. Der deutsche Ausgleicher reagierte mit einer Hochstufung auf 77 kg, das war moderat, aber auch in Deutschland werden Platzierungen in gut besetzten Rennen inzwischen nicht mehr so hart bestraft.

Angesichts der schönen Leistung konnte man fast vergessen, dass sich FORGINO im Führring und an den Startboxen sehr hengstig und renitent benahm, was auch die Rennleitung später vermerkte. Für Toni Potters war wohl damals schon klar, dass FORGINO am Ende der Saison kastriert werden musste. So kam es dann auch.

Silbereiche-Mitglied Dirk Runge hat Toni Potters auf dem Trip nach Deauville begleitet und sprach später von einem wunderschönen, in Erinnerung bleibendem Erlebnis. Ja, so muss unser Sport gelebt werden ...

Was dann noch folgte, war ein erstes „Schnuppern“ im Listen-Rennen über 1400 m am 3. Oktober in Köln. In dem mit 9 Startern gut besetzten Rennen landete FORGINO auf schon zu weichem Boden auf Platz hinter dem französischen Gast RAPHINAE und den deutschen Gruppe III-Siegern AMARILLO (aktuell 95 kg) und KOLONEL (aktuell 89 kg). Während die beiden Erstplatzierten deutlicher voraus waren, sind die nicht einmal 2 Längen Rückstand, die FORGINO im Ziel auf KOLONEL hatte, ein schöner „Appetitmacher“ auf die nächste Saison.

FORGINO verdiente bei sechs Starts 12.600 Euro in seiner 3-jährigen Saison, aber die Blicke sind längst auf 2015 gerichtet. Kann sich der eigentlich bisher geschonte IT‘S GINO-Sohn in den Listen-Rennen etablieren? Toni Potters glaubt fest daran.



FOOTLOOSE – übertrifft sie ihren Onkel FOOLPROOF bezüglich Frühreife und Klasse?

gez. 2013, St. v. Mamool - Forlista (Bes.: Frau Edith Jörgensen, Tr.: Toni Potters)



Nach den zehn Fohlen der FORLEA müssen sich auch die Silbereiche-Mitglieder erst bewusst machen, dass ihr Jährling auf der Koppel eine andere Mutter hat, nämlich die FORLEA-Tochter FORLISTA, selbst Listen-Siegerin in der Slowakei und damit mit „Black Type“ geadelt. Noch wissen wir nicht, welchen Typ „Rennpferd“ die KALLISTO-Stute vererbt. Die Hoffnungen in die Mutterstute FORLISTA sind groß, da sie im Rennstall umgänglicher war als ihre Mutter, außerdem frühreifer und eben auch noch eine halbe Klasse besser.

FOOTLOOSE, ihr Erstling für Silbereiche-Interessen, sah jedenfalls auf der Koppel aus wie die typischen FORLEA-Nachkommen: mittelgroß, ohne nennenswerte Besonderheiten, wenigstens nicht so unauffällig wie ihre Mutter im gleichen Alter. Das große Erfolgsjahr von FOOLPROOF kam gerade rechtzeitig, denn MAMOOL sollte damit zur Mutterlinie passen. Und da die „Mädels“ meistens etwas eher wach werden als die „Jungs“, sollte sie eher zu ihrer Bestleistung finden als ihr Onkel. MAMOOL hat zwar keinen Ruf als Vererber von 2-jährigen Siegern, aber die 3-jährigen-Saison reicht zur ersten Profilierung schließlich auch.

Nach der erfolgreichen Silbereiche-Saison 2014 gab es im Spätsommer ohne weitere Werbung Kaufinteresse für FOOTLOOSE; schließlich erhielt Edith Jörgensen den Zuschlag, und FOOTLOOSE wechselte Ende Oktober in die Obhut von Toni Potters. Von dort hört man inzwischen Ähnliches wie von den meisten FORLEA-Nachkommen: Im Rennstall machen sie einen großen Entwicklungsschub und legen Muskelpakete an. „Alles in Butter!“ – mehr kann und sollte man zu diesem Zeitpunkt nicht vermelden.



FORGO macht Eindruck

gez. 2014, H. v. Santiago - Forlista (Bes.: Stall Silbereiche)



Den haben wir gezogen? Die Silbereiche-Mitglieder rieben sich die Augen, als die meisten von Ihnen den am 4. März dieses Jahres SANTIAGO-Fuchshengst aus der FORLISTA vier Tage nach der Geburt erstmals zu Gesicht bekamen. Das auf den Namen FORGO getaufte Fohlen ist zweifellos das größte der letzten Jahre - und in den ersten Lebenstagen wohl auch das aufgeweckteste Fohlen. Neben anderen „Döniken“ hatte er z.B. unermüdlich Spaß daran, seine Vorderbeine auf den Leib der Mutter zu legen, was ihm auf Grund seiner Größe auch problemlos gelang. FORLISTA ertrug dies geduldig, Spaß wird ihr das Verhalten ihres Sohnes kaum gemacht haben. Noch aus dem Gestüt Graditz, wohin FORLISTA zur erneuten Bedeckung durch SANTIAGO mit ihrem Fohlen reiste, hörte man zwischen den Zeilen: „Das ist aber ein Racker …“. Im Sommer wechselte FORGOs Verhalten dann zu vornehmer Zurückhaltung und einer gewissen Lust, sich zu präsentieren und fotografiert zu werden. Beim letzten Besuch Anfang Dezember zeigte sich dann wieder ein anderer FORGO: nunmehr temperamentvoll und kernig. In jedem Fall ist FORGO ein „Hingucker“, wie ihn die Silbereiche-Zucht lange nicht mehr vorzuweisen hatte. Ob er auch zu besonderen Rennleistungen fähig ist, weiß keiner vorherzusagen. Aber Eindruck macht er schon …





IN MEMORIAM HANS-HEINRICH JÖRGENSEN

Es gibt Verbindungen im Galopprennsport, die halten über Jahre, weil Chemie und Rahmenbedingungen stimmen: Stall Tinsdal und die Gutschow-Zucht, Christian Zschache und die Ebbesloh-Zucht u.v.m. Inzwischen fallen auch der Stall Jörgensen und die Silbereiche-Zucht in diese Kategorie. Es begann damit, dass der hoffnungslos verstellte FORTEC (rechter Bruder von FOR PRO) auf Umwegen in den Jörgensen-Stall kam und dort noch zu einem dreifachen Sieger geformt wurde. Es folgte FOR PRO, der Ende 3-jährig mit von den Tierärzten nicht erklärbaren Beschwerden aus Österreich in den Jörgensen-Stall wechselte. Im Rückblick kann es nur eine Zerrung gewesen sein. Seine Erfolgs-Story in Großenkneten ist an anderer Stelle dokumentiert. Spätestens dann war Hans-Heinrich Jörgensen vom Leistungsvermögen der FORLEA-Nachkommen überzeugt, spätestens dann waren die Silbereiche-Mitglieder überzeugt, dass im Oldenburger Land gute Arbeit geleistet wird, die nicht nur auf den kurzfristigen Erfolg, sondern auf eine längere Rennkarriere ausgerichtet ist. Bereits als Absetzer wechselte FOOLPROOF zu Hans-Heinrich Jörgensen, sein Stern ging 2014 richtig auf. Und der nunmehr so hoffnungsvolle FORGINO hat durch so manche Wachstumsbeschwerden im Jährlingsalter Hoffen und Bangen und hohe Tierarztkosten ausgelöst. Für Hans-Heinrich Jörgensen war das kein Grund, nicht auf FORGINO zu vertrauen.

Leider hat Hans-Heinrich Jörgensen die komplette Erfolgssaison 2014 nicht mehr miterleben können. Er verstarb am 16. Mai. Der Stall Silbereiche trauert um einen ehrenwerten Partner im Vollblutsport, der mit ähnlicher Liebe zum Pferd, aber auch mit ähnlichem Realitätssinn für die machbaren Ziele diesen Sport gelebt hat.

Erfreulicherweise ist der Kontakt nach Großenkneten auch danach nicht abgebrochen. Edith Jörgensen hat mit FOOTLOOSE den ersten Silbereiche-Zögling aus der FORLEA-Tochter FORLISTA erworben. Und natürlich würden sich alle Silbereiche-Mitglieder freuen, wenn ihre Zucht dazu beiträgt, die ambitionierten Pläne der Familie Jörgensen zu verwirklichen: im Sinne von Hans-Heinrich Jörgensen einen erfolgreichen und kostendeckenden Rennstall rund um Trainer Toni Potters in Großenkneten aufzubauen.

Nicht jeder Silbereiche-Zögling wird in Zukunft in den Potters-Stall wechseln, aber auf Grundlage der gemeinsamen Erfolge bleibt dieser Stall eine erste Adresse für die Silbereiche-Zucht.