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18.7.10: Willkommene Abkühlung für FOR PRO nach seinem 4. Platz am Derby-Tag (Foto: Schornstein)


13.7.2010: Grüße aus Großenkneten: Foolproof (Jahrgang 2009) hat sich zu einem stattlichen Jährling entwickelt. (Foto: Jörgensen)


27.6.10: FOR PRO gelingt der 2. Jahressieg in Halle gegen JIFFIES FLYER (Foto: www.galoppfoto.de).


20.6.10: FORVIC gewinnt leicht in Dortmund gegen zahlreiche Gegner (Foto: www.franknolting.com)


20.06.10: Eugen Frank freit sich nach seinem Sieg auf FORVIC (Foto: www.klatuso.com)


12.6.10: Manuela Murke versteht sich gut mit PHARLOC (Foto: www.galoppfoto.de).


12.6.10: Unser Oldie PHARLOC gewinnt in Dresden gegen BERLUSCONI (Foto: www.galoppfoto.de).


2.5.10: FOR PRO gewinnt über 1200 m in Mülheim leicht gegen PYTHONGA (Foto: www.klatuso.com).


27.2.10: Schon voll im Bild: FREYA von AREION a.d. FORLEA


27.2.10: Hartmut Rolofs führt FORLEA und ihr 16 Tage altes Stutfohlen FREYA vor

Vier Starter, vier Sieger, fünf Siege

Wenn eine kleine Zucht mit drei Handicappern, davon zwei „Oldies“, und einer gesundheitlich und nervlich angeschlagenen 4jährigen Stute in die Saison geht, dann darf man wirklich nicht meckern, wenn gegen Ende des Jahres alle gewonnen haben und 22760 Euro Gewinnsumme sowie 5 Siege zu Buche stehen.

Herausragend in Gewinnsumme und Formkonstanz präsentierte sich der 5-jährige FOR PRO aus dem Quartier von Hans-Heinrich Jörgensen, der Anfang Mai in Mülheim den Jubiläumssieg Nr. 75 für die Silbereiche-Zucht markierte, Ende Juni noch einen zweiten Treffer hinzufügte und mit 10370 Euro für fast die Hälfte der Silbereiche-Jahresbilanz verantwortlich ist. Bis Ende August war der PROTEKTOR-Sohn bei 9 Starts nur einmal außerhalb der Geldränge, erst im Herbst zeigte die Formkurve etwas nach unten.

Die 4-jährige FOREIA begann die Saison Anfang Mai - noch unter der Regie von Andreas Löwe – mit einer desolaten Leistung in Frankfurt. Der folgende Trainerwechsel zu Dr. Andreas Bolte zeigte zuerst große Wirkung. Einem guten zweiten Platz in Hamburg folgte ein überlegener 11 Längen-Sieg in Gotha; ein leichtes Rennen, aber trotzdem schön anzusehen. Anschließend ging es für die AREION-Tochter im Handicap vorerst nicht so recht weiter. Immerhin gilt nach dem Gothaer Sieg: Alle fünf bisher geprüften Nachkommen der Silbereiche-Mutterstute FORLEA sind Sieger.

Von den beiden „Oldies“ FORVIC (9 Jahre) und PHARLOC (12 Jahre) sorgte der Ältere für die größeren Schlagzeilen. Nach einem Sieg Mitte Juni in Dresden verpasste der „Baden-Baden-Liebhaber“ bei der Großen Woche zweimal nur knapp (Kopf und Hals) einen weiteren Volltreffer. Auch als 13-jähriger soll der LOCAL SUITOR-Sohn, der auch von Dr. Bolte betreut wird, wieder antreten – und das mit besonderem Augenmerk auf die Rennen in Baden-Baden.

Aber auch FORVIC – im Besitz und im Training bei Monika Blasczyk - steuerte Mitte Juni in Dortmund einen Sieg zur Silbereiche-Jahresbilanz bei. Danach verlor er völlig die Form und hangelte sich dadurch im Handicap weit nach unten, so dass die Aussichten für 2011 wieder besser sein sollten.

Die Silbereiche-Mutterstute FORLEA brachte 2010 bereits am 11. Februar eine Stutfohlen von AREION, das auf den Namen FREYA getauft wurde. 2011 erwartet sie Nachwuchs vom Beschäler-Debutanten und Arc-Dritten IT’S GINO. Auf diesen Hengst wurde sie umgebucht, nachdem der ursprünglich für FORLEA auserkorene KALATOS kurzfristig nach Harzburg gewechselt war.

In 2011 wollen die Silbereiche-Mitglieder noch einmal das „Rezept FORLISTA“ versuchen: FORLEA wird von KALLISTO im Gestüt Röttgen gedeckt. FORLISTA, die Dritte in den österreichischen Oaks, ist bislang der beste Nachkomme der FORLEA.

Eine bedeutende Zäsur für die Silbereiche-Zucht stellt der Wechsel von FORLEA vom Gestüt Rietberg ins Gestüt Evershorst dar. Seit 1988 betreuten Gestütsleiter Hartmut Rolofs und sein Team die Aufzucht der Silbereiche-Zöglinge. Nun haben die Erben des verstorbenen Gestütsgründers Carl-Friedrich Tenge-Rietberg die Vollblutzucht „gecancelt“ und die Pensionsstuten und ihren langjährigen Gestütsleiter gekündigt. Herr Rolofs wird in 2011 ins Union-Gestüt nach Merten wechseln. Die Distanz von fast 400 km war der einzige Grund, dass die Silbereiche-Zucht ihm nicht folgen wird und nunmehr wieder in der Nähe von Hannover beheimatet ist. Und da bot sich ausschließlich das Gestüt Evershorst an, dass eine kompetente Betreuung bietet und gerade in den letzten Jahren auf schöne Aufzuchterfolge verweisen kann.




FOREIA – ist da noch was drin?

gez. 2006, St. v. Areion - Forlea (Bes.: Eugen Schäfer u.a., Tr.: Dr. Andreas Bolte)



Die Situation bei FOREIA war zu Beginn des Jahres 2010 war ziemlich verkorkst. Eine Erklärung für den schlechten Sandbahnstart Mitte November 2009 gab es nicht. Besitzer und Trainer hofften, dass die anschließende Winterpause einen positiven Einfluss auf FOREIAs Leistungsvermögen haben würde. Doch das Jahresdebut am 2. Mai in Frankfurt – ein letzter Platz - zerstörte alle Hoffnungen. Die Besitzergemeinschaft entschied sich für einen Trainerwechsel zu Dr. Andreas Bolte nach Lengerich. Dieser stellte verschiedene gesundheitliche Probleme bei FOREIA fest und erkannte auch schnell ihr dünnes Nervenkostüm.

Der erste Start unter seiner Regie war dann ein gelungenes Comeback: Am 16. Juli ging sie in einem gut besetzten und gut dotierten Sieglosen-Rennen über 1400 m in Hamburg-Horn als Zweite durch das Ziel und verdiente 1400 Euro. Die ganze lange Gerade auf der Derby-Bahn kämpfte sie zwischen WONDERFUL DREAMS und RAMIRO um die besten Prämien und musste sich als 94:10-Außenseiterin nur der Erstgenannten geschlagen geben. Besonders ihr Kampfgeist ZWISCHEN den Pferden war eine neue positive Erkenntnis.

Beim nächsten Start in Gotha am 14. August über 1400 m ging sie dann als „Elfmeter“ an den Start. Nur der in Deutschland debutierende Import-Hengst FISHER HILL wurde als möglicher Gegner gesehen. Doch unter Manuela Murke, die schon in Hamburg im Sattel saß, waren es im Ziel 11 Längen, mit denen FOREIA als 21:10 Favoritin FISHER HILL und DRINK distanzierte. Locker und leicht vorne weg – da machte das Zusehen Spaß. 2000 Euro gab es für den Cantersieg.

Natürlich konnte man diese Leistung gegen im Schnitt sehr schwache Gegner nicht richtig einordnen. Trotzdem fuhren die Betreuer mit Optimismus nach Baden-Baden, wo FOREIA am 3. September mit der Auszubildenden Insa Joschko (5 kg Erlaubnis) eine Ausgleich IV über 1400 m bestritt. Auch die Wetter schenkten FOREIA Vertrauen und machten sie zur zweiten Favoritin (66:10). Das Rennen verlor FOREIA jedoch bereits an der Startmaschine. Die mit einem entlaufenen Pferd verbundene Wartezeit war nichts für FOREIAs Nerven. Platz 10 nach einem Ritt von der Spitze – wieder einmal enttäuschte die Stute die gerade erst neu aufgekeimten Hoffnungen.

Beim nächsten Start am 10. Oktober in Bremen unter gleichen Konditionen wie in Baden-Baden, jedoch mit dem Hoppegartener Auszubildenden Jonas Grimmer, lief es etwas besser. Der 5. Platz in einem wiederum großen Starterfeld brachte noch 300 Euro. Manche Zuschauer meinten, es wäre mehr drin gewesen, wenn sich der junge Reiter in der Geraden nicht ständig nach seinen Verfolgern umgesehen hätte. Die kamen erst zum Schluss, aber eben auch noch vorbei (Sieger war HANSEATIC CROSS).

Zwischenzeitlich war sich Dr. Bolte sehr sicher, dass FOREIA auf gutem Boden am besten läuft. Schon elastischer, etwas weicher Boden wie in Baden-Baden und Bremen führt zu einer Leistungsminderung. So ersparte der Trainer FOREIA weitere Starts auf dem nun jahreszeitbedingten weichen oder schweren Boden und steuerte die Sandbahn-Saison an.

Beim ersten Versuch am 28. November in einem Ausgleich III über 1500 m in Neuss enttäuschte wiederum. Bis zum Schlussbogen führend fiel FOREIA bereits vor Erreichen der Geraden zurück und passierte als Achte (von 10 Startern) das Ziel. Es gewann LITTLE STAR. Allerdings war das Rennen mit mehreren Sandbahnspezialisten und dem Agl. I-Sieger auf Gras, COMBAT ZONE (Zweiter), sehr stark besetzt.

Ob es in diesem Winter noch weitere Versuche auf Sand geben wird, war bei Niederschrift dieser Zeilen ungewiss. FOREIA verbleibt 2011 im Rennstall. Bei passenden Bedingungen (guter Boden, 1200 bis 1400 m) sollte sie mit ihrer jetzigen Marke von 61,5 kg für ein bis zwei Siege gut sein. Wenn man bedenkt, das FOREIA 3-jährig im April nur knapp von der Schwarzgold-Siegerin ADDICTED (die gerade für 200.000 Euro verkauft wurde) geschlagen wurde und 2- und 3-jährig zweimal vor IRINI (die 2010 zur Gruppe-Siegerin in Italien aufstieg) war, dann tröstet auch der überlegene Gothaer Sieg nicht über alle folgenden Enttäuschungen hinweg. Für eine Karriere als Mutterstute reichen die bisherigen Leistungen – 3-jährig mit 65 kg GAG bewertet – leider nicht aus.



PHALEADA 2010 wieder zu DISTANT MUSIC



PHALEADA, die von ihrem Besitzer und Trainer Hendrik Reichert 2009 in die Zucht genommen wurde, brachte 2010 am 7. April ein gesundes Hengstfohlen von DISTANT MUSIC zur Welt. Dieses präsentierte sich offensichtlich so gut, dass die im Gestüt Helenenhof stationierte Stute 2010 wiederum den dortigen Stallion aufgesucht hat.

Die 6-fache Siegerin PHALEADA ist der letzte vom Stall Silbereiche gezogene Nachkomme der ehemaligen Mutterstute PHANTASIE.



FORLISTA mit unglücklichem Start in die Zucht



Aus Österreich kam 2010 die Meldung, dass ihr erstes Fohlen, eine im März geborene Stute von DESERT PRINCE, nach einer Lungenentzündung im Gestüt Isarland eingegangen ist. 2010 wurde FORLISTA wieder von DESERT PRINCE gedeckt. Erst recht nach diesem Pech begleiten alle guten Wünsche die wiederum tragende FORLISTA, die weiterhin im Besitz des österreichischen Stalles Allegro ist.

FORLISTA ist als Listen-Siegerin in Bratislava und Oaks-Dritte in Ebreichsdorf der bisher beste Nachkomme der FORLEA.



FORVIC – erst Sieger, dann lustlos

gez. 2001, W. v. Lavirco - Forlea (Bes. + Tr.: Monika Blasczyk)



Mit einer Marke von 51,5 kg und einem zweiten Platz im Agl. IV über 2000 m am 25. April in Hannover startete der 9-jährige FORVIC ausgesprochen gut in die Saison 2010. Der wie immer von vorn laufende LAVIRCO-Sohn wurde unter Eugen Frank als 185:10-Außenseiter erst kurz vor dem Ziel von der noch größeren Außenseiterin MARIQUITA (262:10) überlaufen. Die Zweierwette im 16er-Feld zahlte stolze 2700:10 und FORVIC verdiente 840 Euro.

Beim zweiten Jahresstart in Dortmund (13. Mai) war FORVIC dann nicht so gut drauf; vielleicht hat er sich auch nur über den ihm bisher nicht bekannten Jockey Alessandro Schikora „gewundert“. Beim nächsten Start am 20. Juni – wiederum in Dortmund – saß dann wieder Eugen Frank, unter dem FORVIC in letzter Zeit die besten Leistungen gezeigt hat, im Sattel. Auch der gute Boden (4,0) war auf der Distanz von 1750 m ganz nach dem Geschmack des Schützlings von Monika Blasczyk, der mit 91:10 am Toto notierte. Diesmal kam keiner der 14 Gegner mehr in seine Nähe, mit 1,5 Längen distanzierte er LIPANOSIE, die später im Jahr noch dreimal erfolgreich war (u.a. in Hamburg und Baden-Baden), und die Mitfavoriten WINTERKÖNIG und PRACTICAL JOKE. Sehr erfreulich war die hohe Siegdotierung dieses Ausgleichs IV, der mit Skala +10 ausgeschrieben war: 2700 Euro.

FORVIC wurde nun Handicap von 51 kg auf 55 kg hochgestuft. Damit war die Saison für ihn gelaufen, denn bei den nächsten Starts in Hamburg (17. Juli), Bad Doberan (19. August), Magdeburg (4. September) und Hannover (3. Oktober) landete er regelmäßig auf den hinteren Rängen und war zudem in der Regel sehr früh geschlagen. Das änderte sich auch nicht bei den beiden Sandbahnstarts in Dortmund und Neuss am 20. und 28. November.

Inzwischen steht er auf Gras wieder bei einer Marke von 52,5 kg und auf Sand sogar bei 49 kg. Ob FORVIC in diesem Winter bei den derzeit schwierigen Trainingsbedingungen auf Sand noch einmal antritt, ist ungewiss. Auf der Grasbahn ist er mit einer vielleicht noch etwas mehr geschliffenen Marke auch 2011 wieder für einen Sieg gut.



PHARLOC – und es hat sich doch gelohnt!

gez. 1998, H. v. Local Suitor - Phantasie (Bes.: Eva Roser u. Eugen Schäfer; Tr.: Dr. Andreas Bolte)



Die Entscheidung seiner Besitzer Eugen Schäfer und Eva Roser, den 11-jährigen PHARLOC nach zwei Jahren Rennpause Mitte 2009 wieder an den Start zu schicken, war mutig. Dafür wurden die Besitzer 2009 nicht belohnt, aber im ablaufenden Jahr kam der nunmehr 12-jährige LOCAL SUITOR-Sohn dann doch zu seinem verdienten Sieg.

Die beiden ersten Saison-Starts am 12. Mai (mit Henk Grewe) und 24. Mai (mit Manuela Murke) jeweils in Köln brachten noch keine zählbare Ausbeute. Doch bei den Wettern (nicht bei den Besitzern) aufkommende Zweifel an PHARLOCs Lust an seinem Beruf zerstörte dieser unter seiner nun ständigen Reiterin Manuela Murke am 12. Juni in Dresden. Als längster Außenseiter (257:10) distanziert er in einem Agl. IV (+10) über 1400 m nach einem Rennen im Vordertreffen BERLUSCONI und DESERT DEVIL mit 1,5 Längen. 1750 Euro war dieser Sieg wert. Doch der Saisonhöhepunkt ohne Krönung sollte noch folgen.

Zuerst zeigte PHARLOC am 10. Juli in Hamburg, dass er die Derby-Bahn nicht so gern mag (Platz 10 bei 16 Startern). In Hoppegarten am 6. August über 1600 m konnte er zwar mit CYPERUS und DIVE L’AMOUR nicht mithalten, belegte an der Spitze eines kämpfenden Pulks den mit 500 Euro dotierten 3. Platz .

Anschließend nannte ihn Trainer Dr. Bolte für zwei Ausgleiche IV (+8 bzw. +10) über 1500 m und 1600 m während der Großen Woche in Baden-Baden. Und Iffezheim ist bekanntlich PHARLOCs Lieblingsbahn. Und der Wallach enttäuschte seine Anhänger nicht: Beim ersten Start am 28. August fehlte ein Kopf, um den Frontrenner ZARRENTIN in einem 18 Pferde-Feld noch zu stellen. 10 Meter weiter hätte PHARLOC (93:10) gewonnen, so blieb „nur“ Platz 2. Eine Woche später vermasselte wieder ein Schützling von Rudi Storp PHARLOC den verdienten Sieg. PRACTICAL JOKE, der wie PHARLOC aus dem erweiterten Vordertreffen geritten wurde, war im Ziel um einen Hals voraus: wieder „nur“ Platz 2. Beide Kontrahenten waren von den Wettern unter den 18 Startern als Favoriten (48:10 bzw. 50:10) auserkoren worden und bestätigten diese Einschätzung vollauf.

Zweimal 1450 Euro gingen auf das Konto der Besitzer. Natürlich kann man Hadern, dass es nicht zu einem vollen Erfolg gereicht hat. Jedoch sind zwei zweite Plätze in den umkämpften Iffezheimer Rennen für eine 12-jährigen schon eine tolle Leistung.

Nach einem durchwachsenen Start am 25. September als Favorit in Halle (Platz 6 von 10) wurde PHARLOC dann schon in die Winterpause auf den Lengericher Koppeln geschickt. Kräfte sammeln für die neue Saison 2011, in der PHARLOC dann – als 13-jähriger mit 48,5 kg GAG als Ausgangspunkt - noch einen weiteren Sieg landen soll. Wo? Na, doch wohl in Baden-Baden!!!



FOR PRO – der Dauerbrenner

gez. 2005, H. v. Protektor - Forlea (Bes. + Tr.: Hans-Heinrich Jörgensen)



Für einen Handicapper war das, was FOR PRO 2010 zeigte, schon fast eine Bilderbuchsaison. Am 12. März sicherte er sich unter Alexander Pietsch in Neuss im Agl. IV über 1500 m als Dritter zu GIANT GINO und RAMIRA erst einmal eine günstige Handicap-Marke (59 kg) auf Sand, da er in diesem Rennen mit seinem Grasbahngewicht aus 2009 antreten konnte.

Die restlichen 11 Jahresstarts bestritt FOR PRO ausschließlich im Ausgleich III auf Distanzen von 1200 bis 1500 m. Zuerst ging es nach Bremen, wo FOR PRO über 1400 m unter Andre Best bei noch zu weichem Boden (4,8) als Dritter LAMINO und JERMYN STREET den Vortritt lassen musste. Bis auf wenige Ausnahmen bestritt FOR PRO seine Rennen in diesem Jahr wie die meisten seiner Geschwister von der Spitze aus. So war es auch in Mülheim am 2. Mai, wo FOR PRO mit Jiri Palik auf gutem Boden (3,7) als Favorit (35:10) nicht zugefährden war. PYTHONGA und ZOBEL DAVIS hielten sich als Platzierte 2 bzw. 3 ¾ Längen hinter FOR PRO noch am besten. Damit war der mit 3000 Euro dotierte Jubiläumssieg Nr. 75 für die Silbereiche-Zucht knapp 23 Jahre nach PARLOs erstem Sieg in Bad Harzburg (18.7.1987) unter Dach und Fach.

Doch FOR PRO hatte sein Pulver noch längst nicht verschossen. Umgehend bestätigte er seine neue Marke von 62,5 kg unter Andre Best als Zweiter zu FUN FIRE über 1300m am 22. Mai in Leipzig. Bei einem Versuch über 1200 m der Geraden Bahn in Berlin-Hoppegarten am 6. Juni brachte FOR PRO dann ausnahmsweise kein Geld nach Hause. Eine ungünstige Startbox und ein kurzes Stutzen am Start vereitelten hier in einem gut dotierten Vorlauf zur Hoppegartener Sprint-Serie ein mögliches Platzgeld.

Beim nächsten Start in Halle am 27. Juni schlug FOR PRO dann zum zweiten Mal zu. Sein cleverer Reiter Andre Best nutzte FOR PROs Antritt zu einem Blitzstart beim Flaggenstart. Das langte dann völlig, um über die etwas längere Distanz von 1500 m JIFFIES FLYER und SIESTA leicht mit 2 bzw. 4 Längen in Schach zu halten. Auch der feste Boden (2,9) spielte FOR PRO, den viele unterschätzt hatten (85:10), in die Karten. 2650 Euro gab es als Siegprämie.

Der Handicapper stufte ihn nun auf 65,5 kg hoch. Sollte das noch für weitere Geldpreise reichen? Die Antwort lautete „JA“, denn schon am 9. Juli in Krefeld über 1400 m war FOR PRO unter Andre Best als Dritter zu CARLOS MOHEBA und MILL LADY wieder gut im Bild. Eine wohl noch bessere Leistung zeigte FOR PRO am 18. Juli im Hamburg-Horn. Erstmals beorderte ihn Andre Best über die 1200 m-Distanz nicht nach vorn, sondern versuchte, in der Zielgeraden aus dem Mitteltreffen vorzustoßen. Von den 17 Startern blieben ZOBEL DAVIS, GLAD ROYAL und CASTIGLIONE vor ihm, Slalom laufend und eine Lücke suchend hielt er aber ein Pulk von Kontrahenten für den vierten Platz in Schach. Der Richterspruch 1 ¾ - kK – 1 ½ - H – H – N – H – H – K – N belegt die Dramatik des Rennens.

Kaum weniger spannend war folgende Rennen am 21. August in Bad Doberan über 1300 m, das ausgesprochen gut dotiert war. Über mehrere 100 m lieferten sich CARLOS MOHEBA und FOR PRO in der Zielgeraden ein hartes Gefecht. Im Ziel war FOR PRO, mit dem Andre Best wieder die Frontrenner-Taktik eingeschlagen hatte, um einen Kopf geschlagen Zweiter. Statt 3600 Euro gab es „nur“ 1400 Euro – eine starke Leistung war das allemal.

Mit diesem Start hatte FOR PRO bereits seine Jahresernte von 10370 Euro eingefahren. Nach sehr unruhigem Rennverlauf belegte FOR PRO am 4. September in Magdeburg als Mitfavorit unter Viktor Schulepov nur Platz 5; die Bahn schien ihm nicht so zu liegen.

Bei den letzten beiden Grasbahn-Starts in Dresden (16. Oktober) und Halle (30. Oktober) schien FOR PRO dann etwas über den Berg. Mit den Plätzen 7 und 10 kam er nicht in der Nähe der Geldränge.

Trainer Jörgensen startete im November und Dezember noch drei Versuche, FOR PRO auf der Sandbahn laufen zu lassen, doch einmal wurde das Rennen und ein zweites Mal sogar der ganze Renntag storniert. Im ersten Quartal 2011 wird FOR PRO sicherlich irgendwann in Neuss oder Dortmund auf Sand an den Start gehen.

Im GAG hat sich FOR PRO seit der guten Bad Doberaner Leistung bereits wieder um 2,5 kg heruntergelaufen (aktuell 63 kg). Damit wird er 2011 auch auf Gras wieder chancenreich unterwegs sein.

Für eine Züchtergemeinschaft ist ein derart konstant erfolgreicher Galopper wie FOR PRO eine reine Freude, auch wenn er nicht im Gruppe- oder Listenbereich agiert. FOR PRO, hinter dem Anfang 2009 noch viele Fragezeichen standen, sollte auch 2011 wieder eine „scharfe Klinge schlagen“.



FORLEA – die Siegermutter



Erfreulich ist, dass nach dem Gothaer Sieg von FOREIA nunmehr alle fünf bisher geprüften Nachkommen der Silbereiche-Mutterstute FORLEA Sieger sind. Das soll möglichst auch so bleiben ...

Ursprünglich war FORLEA 2010 für KALATOS im heimischen Gestüt Rietberg vorgesehen, doch als dieser kurzfristig in das Gestüt Harzburg wechselte, disponierten die Silbereiche-Mitglieder auf den in Rietberg debutierenden Arc-Dritten IT’S GINO um. Man wollte halt

für ein Jahr mal „zuhause“ bleiben. IT’S GINO empfiehlt sich neben seinen grandiosen Rennleistungen als DANZIG-Enkel. Für FORLEA ist er auch deshalb interessant, weil er als Steher 2-jährig gewonnen hat und 4-jährig auch über 1600 m und 2000 m gute Leistungen

zeigte. Nach der Herbstuntersuchung ist FORLEA tragend.

2011 möchten die Silbereiche-Mitglieder das „Rezept FORLISTA“ wiederholen; FORLEA geht zu KALLISTO ins Gestüt Röttgen. Nach seinem Karriere-Loch durch die drei Jahre in Ungarn hat der Hengst im ersten deutschen Jahrgang nach der „Pause“, den diesjährigen Zweijährigen, schon wieder einige vielversprechende Pferde aufzuweisen.



FREYA – die zweite AREION-Chance

gez. 2010, S. v. Areion - Forlea (Bes.: Stall Silbereiche)



Aus der zweiten Anpaarung von FORLEA mit dem zwischenzeitlich auch allgemein als Spitzenvererber anerkannten AREION, der sich 2010 einen heißen Kampf mit SHOLOKOV um das Deckhengste-Championat liefert, resultierte wiederum ein Stutfohlen. FORLEA brachte am 11. Februar FREYA zur Welt, die somit eine rechte Schwester zu FOREIA ist. FREYA ist ein ähnliches Modell wie ihre Schwester, nicht ganz so kurz im Exterieur. Immerhin hat sie ein fast drei Monate früheres Geburtsdatum. Auch die neuen Betreuer im Gestüt Evershorst um Gestütsmeisterin Frau Lorberg haben an der mittelgroßen Stute nichts auszusetzen.



FOOLPROOF wird ein stattliches Pferd

gez. 2009, H. v. Mamool - Forlea (Bes.: Hans-Heinrich Jörgensen)



Als Spielgefährten für das von seiner Frau Edith gezogene KÖNIGSTIGER-Fohlen OCEAN SIX a.d. OCEANE MARE hatte Hans-Heinrich Jörgensen FOOLPROOF, den MAMOOL-Hengst a.d. FORLEA bereits als Absetzer im Oktober 2009 vom Stall Silbereiche übernommen. Das im Juni 2010 aufgenommene Bild von FOOLPROOF zeigt, dass dieser zu einem stattlichen Hengst heranreift.

Inzwischen ist der erste Nachkommen-Jahrgang von MAMOOL auch 3-jährig geprüft und die Turfwelt stellt die ersten Vorlieben der MAMOOLs fest. Die ganz Guten, LAMOOL, SEMINA und LUCAS CRANACH bestreiten ihre Rennen am liebsten ungestört von vorn. Da das auch ein Merkmal fast aller bisherigen Nachkommen der FORLEA ist, warten wir mit Spannung auf die Vorlieben von FOOLPROOF. Sollten sich die Frontrenner-Eigenschaften positiv multiplizieren, dürften die meisten Gegner von FOOLPROOF im Rennen nur die „Rücklichter“ sehen. Frühreife ist bisher keine besondere Eigenschaft der MAMOOL-Nachkommen, dagegen ist eine Vorliebe für schweren Boden zu erkennen. Den konnte und mochte zwar auch FORLEA, aber bisher keiner ihrer fünf geprüften Nachkommen. Auch die Bodenvorliebe wird deshalb eine spannende Frage in der Rennlaufbahn von FOOLPROOF, der sicherlich – 2010 noch Jährling - in den nächsten Monaten langsam in den Trainingsbetrieb in Großenkneten integriert wird.