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21.11.09: FOREIA debutiert mit Jiri Palik auf Sand in Dortmund - leider erfolglos (Foto: www.franknolting.de).


7.9.09: FOOLPROOF präsentiert sich auf den Koppeln im Gestüt Rietberg (Foto: Wahle).


22.8.09:FOR PRO gewinnt in Halle gegen PACHOMIUS (Foto: galoppfoto.de / Frank Sorge).


13.4.09; FOREIA (mit Jiri Palik) vor dem großem Kampf mit ADDICTED am Ostermontag in Hannover


11.4.09: Das Hengstfohlen von MAMOOL a.d. der FORLEA begrüßt seine Besucher am Ostersamstag im Gestüt Evershorst.


6.3.09: FORLEA und ihr 3 Wochen altes MAMOOL-Hengstfohlen im Gestüt Evershorst

Warten auf den Jubiläumssieg

Mit 2 Siegen, 18 Platzierungen und 12.860 Euro Gewinnsumme gehört das Jahr 2009 nicht gerade zu den besonders erfolgreichen in der Geschichte der Silbereiche-Zucht. Die Erwartungen mehr oder weniger erfüllt haben PHALEADA, FOR PRO und FORVIC, während PHARLOC und besonders FOREIA enttäuschten. PHALEADA gestaltete ihren einzigen Jahresstart siegreich und hatte damit einen gelungenen „Abgang“ in die Zucht, FOR PRO und FORVIC waren bei jeweils 10 Jahresstarts fast immer im Geld, wobei FOR PRO mit seinem Sieg in Halle gegenüber FORVIC, der sieglos blieb, etwas die Nase vorn hatte. PHARLOC gab nach fast zwei Jahren Pause als 11-jähriger sein Comeback, den Spaß an seinem „Beruf“ hat er jedoch noch nicht wieder entdeckt. Die größte Enttäuschung lieferte das nach Handicapmarke mit aktuell 66 kg beste Pferd, nämlich die 3-jährige FOREIA. Zwei zweite Plätze – jeweils knapp geschlagen - gegen die Gruppe-Siegerin ADDICTED und die Seriensiegerin LADY AREIA waren vorzeigbare Ergebnisse, doch in den übrigen Rennen haderte die Stute entweder mit dem Boden, der Taktik oder der Distanz.

Mit dem 4. Platz von FOR PRO am 31. Oktober in Halle überwand die Silbereiche-Zucht in der ewigen Gewinnsummen-Statistik die 400.000-Euro-Marke. FOR PRO war es auch, der am 22. August den 74. Sieg für die Silbereiche-Zucht erzielte.

Die Silbereiche-Mutterstute FORLEA erwartet 2010 Nachwuchs von AREION; zur folgenden Bedeckung wurde mit dem Rietberger Deckhengst KALATOS eine „defensive“ Variante gewählt. Der Hengst hat sich bei quantitativ und qualitativ nur geringen Chancen hervorragend vererbt (SIGNUM, PAKAMA, PALERMO, WELLINAS, LONE STAR). Der Markt wird das leider auch in Zukunft wenig honorieren, zumal jetzt sein neuer Boxennachbar IT’S GINO die Aufmerksamkeit der Züchter auf sich zieht.




FORLEA – nach AREION geht sie zu KALATOS

Auch wenn bei der rechten Schwester FOREIA 3jährig nicht alle Erwartungen in Erfüllung gegangen sind, freuen sich die Silbereiche-Mitglieder doch ganz besonders auf das Mitte Februar (Deckdatum: 18.3.09) zu erwartende AREION-Fohlen ihrer Mutterstute FORLEA, die bislang ausschließlich nützliche Rennpferde gebracht hat. Denn bis auf FOREIA haben alle geprüften Nachkommen gewonnen, und diese sollte das 2010 schnell nachholen.

Auch rechte Geschwister sind von unterschiedlicher Natur, wenn man allein die Exterieur-Unterschiede zwischen den rechten Geschwistern FORTEC und FOR PRO betrachtet. Gerade der etwas „krumme“ Verlauf der Karriere von FOREIA verlangt aktuell nach einen zweiten Versuch dieser Anpaarung. Darüber hinaus ist die Stute aus dem Jahrgang 2006 ein Mai-Fohlen, das 2010er-Fohlen wird im Vergleich fast drei Monate „Vorsprung“ haben, was sich vor allem für die 2-jährigen-Kampagne auswirken könnte. Und AREION hat sich in der Spitzengruppe der deutschen Deckhengste längst etabliert.

2010 wird FORLEA zu Hause in Rietberg bleiben und KALATOS aufsuchen. Der BIG SHUFFLE-Sohn hat ein bisschen das Image eines „Underdogs“, seine Nachkommen-Statistik weist ihn als bislang völlig unterschätzen Vererber aus, der weitaus mehr Chancen verdient hätte. Er bringt als Gruppe III-Sieger über 1600 und 1800 m etwas mehr Stehvermögen als AREION mit und besticht durch seine Konstanz in einer langen und harten Rennlaufbahn.



FOR PRO – fast immer vorn dabei

gez. 2005, H. v. Protektor - Forlea (Bes. + Tr.: Hans-Heinrich Jörgensen)

FOR PRO wechselte im Winter 2008/2009 in das Quartier von Besitzertrainer Hans-Heinrich Jörgensen nach Großenkneten. Im Herbst 2008 hatte er sich – noch in Österreich – vermutlich eine Zerrung zugezogen, die ihn in den letzten Monaten in unserem Nachbarland im Training und im Rennen behinderte. Deshalb stellte sich 2009 zuerst einmal die Frage, ob FOR PRO wieder völlig gesund und beschwerdefrei ist. In dieser Hinsicht kamen aus Großenkneten ausschließlich positive Signale.

Am 18. April bestritt FOR PRO dann in Halle sein ersten Rennen in neuen Farben. Ein 4. Platz über 1500 m hinter SMOKEJUMPER, GIANT STEP und DIACETTA war ein guter Anfang. Bereits der nächste Start am 15. Mai in Bremen führte dazu, dass FOR PROs Anhänger richtig „Mumm“ auf das Rennjahr bekamen. Über 1400 m belegte FOR PRO mit Rastislav Juracek einen ausgezeichneten 2. Platz hinter dem Agl. I-Pferd und späteren Seriensieger AUVANO, aber stolze 6 Längen vor den Agl. III-Pferden SOUNIT und MAGAZIN. Trainer Jörgensen hatte sich sehr schnell dazu entschieden, FOR PRO auf kürzeren Distanzen antreten zu lassen und vertraute der Taktik, mit ihm die Rennen ganz vorn oder wenigstens in der Spitzengruppe anzugehen. Bereits dieser 2. Platz in Bremen belegte, dass seine Überlegungen „goldrichtig“ waren. Auch beim 3. Platz in einem kleinen Feld – wieder über 1400 m in Bremen – machte FOR PRO unter Andreas Helfenbein fünf Längen hinter DE LA VISTA und BALIOS eine gute Figur. Wie bewertete nun der Handicapper diese Leistungen? Mit 63 kg! Wenn man bedenkt, dass FOR PRO 3-jährig in Österreich mit 55 kg bewertet wurde (eine Marke, die Deutschland nicht anerkannt wird), dann wurden seine drei aktuellen Platzierungen im „Wert“ von 1010 Euro mit 8 Kilo Aufgewicht „belohnt“. Ein Trainer, der sein Pferd in dieser Form gut vorstellt, muss sich schon „bestraft“ vorkommen.

Hans-Heinrich Jörgensen mied deshalb auch zuerst die Ausgleich-Starts. Der nächste Auftritt von FOR PRO war fast spektakulär: Am 1. Juli in Hamburg in einem Kat. D-Rennen über 1000 m stiefelte FOR PRO seine Kontrahenten – alles Spezialisten über diese Distanz, z.T. mit Listen-Format – nach einem Blitzstart fast aus den Schuhen. Im Ziel war er dann als Vorletzter doch geschlagen, doch Platz 6 (von 7) wird der guten Leistung (¾ - K - K - 1¾ - 1¼ Längen hinter dem Sieger NADAL) kaum gerecht. In Bad Doberan am 31. Juli trat FOR PRO in einem der in Deutschland seltenen Drei-Pferde-Rennen (diese fallen fast immer aus) dann als 16:10-Favorit an, musste sich jedoch der belgischen Stute KALYPSO QUEEN über 1300 m als Zweiter klar geschlagen geben. KALYPSO QUEENs Leistungen waren zu diesem Zeitpunkt ca. 62 bis 64 kg wert, so konnte man einschätzen, dass FOR PRO seine Handicapmarke von 63 kg zwar bestätigen würde, nach oben aber wenig Spielraum vorhanden war.

Beim nächsten Start am 22. August in einem Kat. E-Rennen in Halle, dotiert mit 1800 Euro für den Sieger, schlug dann allerdings FOR PROs Stunde. Die Wetter hatten ihm die Niederlage in Bad Doberan etwas übel genommen; so trat er über die 1500 m-Distanz nur als 4. Favorit (60:10) hinter PACHOMIUS, PIXIE DUST und TIAGO an. Diese drei Pferde waren auch seine stärksten Gegner, doch er distanzierte sie auf festem Boden (2,9) mit Andre Best im Sattel von der Spitze aus leicht mit 2½ - 1 - 1½ Längen. Andre Best avancierte damit mit 6 Siegen zum erfolgreichsten Reiter auf Pferden aus der Silbereiche-Zucht.

Was sagte nun der Handicapper? Nach Hamburg und Bad Doberan stand FOR PRO bei 62 kg – für den Sieg in Halle gab es erfreulicherweise kein Aufgewicht! Nun „traute“ sich Trainer Jörgensen mit FOR PRO in den Ausgleich und suchte sich mit dem „GELOS-TRIUMPH“ über 1400 m am 6. September in Dresden gleich ein sehr geschichtsträchtiges Rennen aus. Als 37:10-Favorit belegte FOR PRO unter Andre Best Platz 4, enttäuschte aber in einem ausgeglichen besetzten Rennen nicht. Ein Versuch am 4. Oktober über 2000 m in Dortmund bei weichem Boden brachte dann keine Ausbeute und zeigte, dass mindestens eine Komponente (der weiche Boden oder die längere Distanz) nicht nach dem Geschmack von FOR PRO waren. Das bestätigte FOR PRO am 31. Oktober über 1500 m bei gutem Boden in Halle, wo er sich beim 4. Platz erst kurz vor dem Ziel GRAFTON, KÖNIGIN PLATINA und seinem Stallgefährten OCEAN CHAT geschlagen geben musste. Letzterer untermauerte den Wert dieses Rennens mit einem Sieg beim nächsten Start am 18. November in Dresden. Dort startete auch FOR PRO - zum 10. Mal in dieser Saison; bei weichem Boden (5,0) reichte es nur zu Platz 7. Ob es nun am weichen Boden lag oder ob FOR PRO über den Berg war – die nun folgende Rennpause inkl. Saisonschluss für 2009 war sicherlich keine schlechte Entscheidung seines Betreuers.

Trainer Jörgensen hält sich die Option offen, im Januar/Februar 2010 auf der Sandbahn anzutreten. Das wird spannend, da FOR PRO in Österreich und Frankreich 2- und 3-jährig sowohl gute als auch schlechte Leistungen auf der Sandbahn vorzuweisen hat. Unabhängig davon könnte er im Frühjahr 2010 auch auf der Grasbahn gleich zuschlagen, da seine Handicapmarke mit aktuell 59 kg Chancen offenbart.

Überhaupt machte FOR PRO 2009 den Eindruck, dass er nun erst ausgereift ist und die vielen Starts 2- und 3-jährig gut „verarbeitet“ hat. Und das stellt auch seinem Trainer ein gutes Zeugnis aus. Aus der Sicht zu Jahresbeginn war FOR PRO deshalb die positive Überraschung des Jahres 2009. Wenn der Ausgleicher etwas gnädiger gewesen wäre, hätte es auch 2009 leicht zu zwei Siegen reichen können.



FOREIA – das beste Pferd war die größte Enttäuschung

gez. 2006, St. v. Areion - Forlea (Bes.: Eugen Schäfer u.a., Tr.: Andreas Löwe)

Was war die Euphorie groß, als die 3-jährige AREION-Tochter FOREIA nach ihrem Jahresdebut Mitte März auf zu schwerer Bahn und zu langer Distanz in Frankfurt (Sieger war der spätere 2000 Guineas-Sieger IRIAN) beim zweiten Start am Ostermontag (13. April) über 1400 m mit Jiri Palik nur knapp mit einer halben Länge der Brümmerhofer Stute ADDICTED unterlag! Denn ADDICTED avancierte anschließend im Schwarzgold-Rennen zur Gruppe III-Siegerin. Doch die nächsten Starts in Hannover (10.5.), Hamburg (4.7.) und Köln (26.7.) verliefen eher enttäuschend. In Hannover blieb FOREIA als Sechste in einem starken Feld (Sieger: INDOMITO) noch gut dabei, in Hamburg war laut Trainer Löwe der Boden zu fest und im Ausgleich III in Köln kam sie über 1600 m aus der Reserve gehend nicht ins Rennen.

Die zweite gute Form des Jahres zeigte FOREIA – wieder mit Jiri Palik - am 20. September in Frankfurt über 1300 m. Wieder an der Spitze gehend wurde sie erst auf den letzten Metern von LADY AREIA abgefangen und blieb ihrerseits knapp vor OMINA. LADY AREIA, die in diesem Rennen als Siegerin mit Aufgewicht lief, bestätigte dieses Rennen drei Wochen später mit ihrem dritten Jahressieg. Der kurz nach dem Start gestürzte LISZT mag einige andere Gegner in diesem Rennen behindert haben, die Form zu den Erstplatzierten hat jedoch zweifellos ihren Wert.

Nach diesem Rennen schickte Trainer Löwe FOREIA mit Optimismus Ende Oktober nach Baden-Baden. In einem Ausgleich III über 1200 m – auch gegen die Älteren – eroberte sie nach langem Kampf die Spitze, wurde dabei ein paar Mal gerempelt (durch ACTION LION, im Ziel Letzter) und war anschließend sofort geschlagen (Platz 11 von 14).

Mit neuen Hoffnungen wagte Trainer Löwe am 21. November einen Start über 1200 m auf der Sandbahn in Dortmund, doch auch hier strich FOREIA früh die Segel und endete auf dem vorletzten Platz. Im Anschluss musste FOREIA nach einem Infekt pausieren und schon war die Saison zu Ende.

Wie soll man FOREIA nach dieser 3j.-Kampagne bewerten? Leistungsmäßig ist der 2. Platz zu LADY AREIA (GAG aktuell 72 kg) und nicht der 2. Platz zu ADDICTED (GAG 91 kg), die am Ostermontag als Debutantin noch unreif agierte, der richtige Maßstab. Der Ausgleicher bewertete FOREIA nach dem Frankfurter Rennen mit 69 kg; das ist die Basis für die Hoffnung, dass sie sich 4-jährig noch in die 70 kg-Regionen steigern kann.

Wie praktisch alle Geschwister zeigt die Stute ihre besten Leistungen, wenn sie an der Spitze oder wenigstens im Vorderfeld geht. Sie hat offensichtlich wenig Speed und geht ungern zwischen den Pferden, was Trainer Löwe auch im Training bemerkte. Damit wird auch in Frage gestellt, dass die 1200 m ihre beste Distanz sind. Über diese Strecke kommt sie an der Spitze durch die Konkurrenz sofort unter Druck. Über 1400 m hat sie vielleicht bessere Chancen, sich ein Rennen „nach Maß zu schneidern“. Die wenigsten Erkenntnisse hat man derzeit über ihre Bodenabhängigkeit. Trainer Löwe ist sich sicher, dass sie den festen Boden nicht kann. Auf schwerem Boden (Baden-Baden) oder auf der Sandbahn ist sie jedoch unerwartet schlecht gelaufen, in beiden Fällen (mehrfach angerempelt, Infekt nach Sandbahnstart) können jedoch andere Faktoren als Ursache herangezogen werden. Zur Ehrenrettung von FOREIA muss man anmerken, dass die 2009 erstmals modifizierten Rennausschreibungen ihr Management erschwert haben. 2009 durften in den früheren Sieglosen-Rennen nunmehr auch Sieger mit Aufgewicht starten. Ohne die Siegerin LADY AREIA als Konkurrentin in Frankfurt hätte FOREIA dieses Rennen gewonnen. Unter diesen neuen Konditionen haben es auch viele andere Dreijährige mit einem Können um die 70 kg schwerer gehabt, ihre Maidenschaft abzulegen. Darüber hinaus ist FOREIA fast immer in vergleichsweise schweren Rennen angetreten, in Hamburg und Baden-Baden war sie dabei, hingegen wurden die neuen Bundesländer mit ihren oftmals leichteren Rennen wegen der großen Entfernung zum Kölner Quartier von Trainer Löwe ausgespart. 2010 sollte FOREIA – Gesundheit vorausgesetzt – nicht nur ihr erstes Rennen gewinnen, sondern auch ihr „Konto“ erheblich aufbessern. Mit 3600 Euro Lebensgewinnsumme in 1 ½ Rennjahren können und wollen sich die Besitzer um Eugen Schäfer angesichts des Potentials von FOREIA nicht zufrieden geben.



FORVIC – einmal ganz vorn, aber trotzdem ohne Sieg!

gez. 2001, W. v. Lavirco - Forlea (Bes. + Tr.: Monika Blasczyk)

Eine bemerkenswerte Konstanz zeigte FORVIC in seiner Saison als 8-jähriger. Bei 10 Starts war der LAVIRCO-Sohn nur zweimal nicht im Geld. Zwei zweite, zwei dritte und vier vierte Plätze summieren sich zu einer Jahresgewinnsumme von 3880 Euro. Mit jetzt nur noch 51,5 kg GAG auf Gras hat FORVIC 2010 beste Voraussetzungen für seinen 7. Karriere-Sieg. Besitzertrainerin Monika Blasczyk erspart FORVIC bislang die Rennen auf der Sandbahn. Ein ausgeruhter FORVIC wird 2010 spätestens beim zweiten Start auf der Grasbahn und bei guten Boden stark zu beachten sein.

Doch der Reihe nach. Eigentlich hat FORVIC ja auch 2009 gewonnen. Nach einem vierten und sechsten Platz zu Beginn der Saison in Hannover ging FORVIC am 21. Juni über 1750 m in Dortmund mit Eugen Frank als Sieger über die Linie. Ein kleiner Schlenker vor dem Ziel, auf den Andrasch Starke auf der Widersacherin KAMIKOLA theatralisch reagierte, kostete FORVIC jedoch das Rennen; er wurde disqualifiziert und auf den 2. Platz gesetzt. Auch die Fachpresse beurteilte diese Entscheidung der Rennleistung als umstritten.

Es folgten in den Monaten Juli und August ununterbrochen Platzierungen in Magdeburg (Platz 3), Bad Doberan (Platz 3), nochmals Bad Doberan (Platz 4) und Bremen (Platz 4), bevor FORVIC dann am 13. September in Hannover, wieder mit Eugen Frank im Sattel, erneut nur knapp am Sieg vorbeischrammte. In der „Wettchance des Tages“ musste er sich CEDRIK (mit Andreas Suborics) nur knapp mit einer 1/2-Länge geschlagen geben.

Nach einem 4. Platz in Hannover (4.10.) hätte am 24. Oktober die Krönung seiner Rennlaufbahn erfolgen können: FORVIC lief erstmals in Baden-Baden. Die 2000 m im Ausgleich IV im Verbund mit der gesunkenen Handicap-Marke waren ideale Voraussetzungen; allein das Wetter spielte nicht mit. Boden 5,6 weich – das ist nichts für FORVIC und wird es auch nie werden (Platz 12 von 14). Aber warum nicht im Frühjahr ein neuer Versuch auf Deutschlands Nobelrennbahn?

FORVIC gestaltet all seine Rennen von der Spitze aus. Daran hindert ihn auch keine äußere Startbox und – nach den Starts in 2009 möchte man meinen – auch kein Gegner mehr; sie versuchen es erst gar nicht. Mit Eugen Frank hat Monika Blasczyk 2009 einen Jockey gefunden, der FORVIC mindestens genauso richtig dosiert und kraftvoll reitet wie Andre Best. Auf ein Neues in 2010!



PHARLOC - wann hat er wieder Spaß an seinem Beruf?

gez. 1998, H. v. Local Suitor - Phantasie (Bes.: Eva Roser u. Eugen Schäfer; Tr.: Dr. Andreas Bolte)

Mit Verwunderung haben sicherlich einige Rennbahnbesucher reagiert, als sie den 11-jährigen PHARLOC am 24. Mai 2009 in Krefeld wieder in der Starterliste entdeckten. Der Sieg in der Hasslocher Meile beim vorletzten Start 2007 (bevor sich PHARLOC wieder verletzte) – das wäre doch ein schöner Abschluss seiner Rennlaufbahn gewesen! Doch Trainer Bolte baute den alten Kämpen auf Wunsch seiner Besitzer Eugen Schäfer und Eva Roser noch einmal vorsichtig auf, nunmehr ist er wohl der letzte LOCAL SUITOR-Nachkomme auf den Rennbahnen.

Was braucht ein 11-jähriger nach zwei Jahren Pause? Eine Handicap-Marke! Nach dem vorletzten Platz beim Debut in Krefeld zeigte PHARLOC am 17. Juni in Köln über 1400 m bereits eine bemerkenswerte Leistung, als er als Dritter zu VARUS und INNISFREE und noch vor FREE WONDER über die Linie ging. VARUS beendete die Saison mit 70 kg GAG, INNISFREE und FREE WONDER mit 63,5 bzw. 63 kg. Alles klar – das kann er noch – dachten seine Fans. Der dritte Jahresstart und letzte notwendige Start für eine Handicap-Marke musste dann nicht unbedingt überragend ausfallen: ein 4. Platz (wiederum in Köln über 1400 m) zu den unbezwingbaren ROYAL PEPPER und DE LA VISTA sowie der späteren FOR PRO-Bezwingerin KALYPSO QUEEN – das passte gut ins Bild. Der Ausgleicher gab PHARLOC nun 57,5 kg, bei seinem Sieg in der Hasslocher Meile 2007 trug er 61 kg. Da konnte man doch von PHARLOC in der Saison 2009 noch etwas erwarten.

Das Problem für Trainer Bolte war, dass PHARLOC eigentlich guten Boden mag, auf Grund seiner empfindlichen Beine aber bei „zu gutem“ Boden verletzungsgefährdet ist. Sehr weichen oder schweren Boden mag PHARLOC nicht. Also am besten 4,3 oder 4,4 ...gut mit Tendenz zu weich. Welcher Trainer hat schon solche Kontakte zu Petrus, um das immer hinzubekommen?!

Jedenfalls kam PHARLOC bei den nun folgenden fünf Handicap-Starts nicht zurecht und landete regelmäßig auf den hinteren Rängen; kein Andreas Suborics oder Henk Grewe konnten ihn nach vorne reiten. In Hoppegarten am 12.9. (mit GAG 57,5 kg) und Mülheim am 16.9. (mit GAG 55,5 kg) über jeweils 1600 m und gutem Boden „knabberte“ PHARLOC vielleicht noch an seiner doch noch zu hohen Handicapmarke. In Dresden am 10.10. (mit GAG 54 kg), München am 1.11. (mit GAG 52,5 kg) und zum Abschluss wieder in Dresden am 18.11. (mit 50 kg GAG) war der Boden dann wohl doch schon zu weich. Nun – zum Jahreswechsel 2009/2010 – steht PHARLOC bei einer Handicap-Marke von 48 kg. Wenn er im nächsten Jahr gesund bleibt und nur ein bisschen Lust an seinem langjährigen „Beruf“ verspürt, dann ist PHARLOC für ein, zwei, vielleicht sogar drei Siege gut. Und dann hat sich auch der Comeback-Versuch im späten Alter gelohnt. Doch ein Selbstgänger ist PHARLOC 2010 nicht, denn viele alte Rennpferde sind schlau und ihre Beine sind lädiert – da muss dann doch einiges passen. Hals und Bein!



PHALEADA – ein Abgang nach Maß

gez. 2002, St. v. Lead on Time - Phantasie (Bes.: + Tr.: Hendrik Reichert)

Einen besseren Wechsel in die Zucht als einen Sieg zum Abschluss der Rennkarriere gibt es nicht. Für PHALEADA hatte Besitzer und Trainer Hendrik Reichert am Samstag vor Ostern (11. April) ein leichtes Kat. E-Rennen über 1300 m in Leipzig ausgesucht. Nur vier Pferde wollten ihr den Sieg streitig machen; es gelang keinem dieser Kontrahenten: leicht mit 3 Längen gewann PHALEADA unter Viktor Schulepov gegen TRAUMSTERNCHEN und SIESTA.

Danach wechselte die LEAD ON TIME-Stute PHALEADA ins Gestüt Helenenhof und wurde vom dortigen Stallion DISTANT MUSIC gedeckt. Dessen Vater DISTANT VIEW hat mit der LEAD ON TIME-Stute PROMPTLY den herausragenden FANTASTIC VIEW gebracht; so war es für Henrik Reichert naheliegend, PHALEADA zu seinem Sohn zu entsenden, der praktisch „vor der Haustür“ deckt.

PHALEADA hat – nicht zuletzt auch auf Grund ihres späten Karrierestarts – immerhin bei 24 Starts jedes vierte Rennen gewonnen; sie beschließt ihre Rennkarriere mit 6 Siegen, war zusätzlich 9mal im Geld, gewann 15.660 Euro und hat ein Top-GAG von 67,5 kg. Hendrik Reichert, für den PHALEADA bisher das Highlight als Trainer und Besitzer war, würde sich sicherlich freuen, wenn sich ein Teilhaber für die Zuchtlaufbahn seiner Stute findet.



FOOLPROOF in neuem Quartier

gez. 2009, H. v. Mamool - Forlea (Bes.: Hans-Heinrich Jörgensen)

Mit den Nachkommen der FORLEA hat Hans-Heinrich Jörgensen zweimal gute Erfahrungen gemacht: FORTEC führte er schnell zu drei Siegen und auch FOR PRO gewann 2009 unter seiner Regie und fand zu konstanter Form. Es gilt aber auch der Umkehrschluss: Mit Herrn Jörgensen als Betreuer der Silbereiche-Pferde haben die Silbereiche-Mitglieder gute Erfahrungen gemacht. So wurde man sich schnell einig, als Herr Jörgensen einen Spielgefährten für das von seiner Frau Edith gezogene KÖNIGSTIGER-Fohlen OCEAN SIX a.d. OCEANE MARE suchte. So wechselte der am 13.2.09 geborene MAMOOL-Absetzer a.d. FORLEA, der auf den Namen FOOLPROOF getauft wurde, bereits im Oktober 2009 nach Großenkneten. Der Rietberger Gestütsleiter stuft das 2009er Fohlen nach Exterieur als besten Nachkommen der FORLEA ein und FOOLPROOF ist immerhin schon ihr 6. Fohlen. Wer sich nun an BLACK OUT erinnert, der ebenfalls als Absetzer den Weg ins Jörgensen-Quartier fand, der gehört zu der Kategorie von Menschen, von denen der Rennsport lebt: zu den Optimisten ...



FORLISTA war bei DESERT PRINCE

Die Listen-Siegerin und in Österreich Gruppe-platzierte FORLISTA, eine KALLISTO-Tochter aus der Silbereiche-Zucht, die von ihrem langjährigen Besitzer STALL ALLEGRO selbst in die Zucht genommen wurde, suchte 2009 als ersten Partner DESERT PRINCE im Gestüt Isarland auf. Das ist eine Super-Chance zum Start ihrer Zuchtlaufbahn! Die Silbereiche-Mitglieder werden FORLISTAs Nachkommen aufmerksam verfolgen.



Stall Silbereiche sucht neue Mitglieder

Die immer noch schlechten Perspektiven unseres Sports sowie längere berufliche Auslandsaufenthalte haben nun unser Mitglied Jens H. Wohlthat dazu veranlasst, Ende 2009 aus dem Stall Silbereiche auszuscheiden. Eine bedauerliche Zäsur, doch kein Abschied im Gram, denn die übrigen Mitglieder wussten die immer exakt analysierenden Beiträge von Herrn Wohlthat sehr zu schätzen (Vielen Dank dafür!), und Herr Wohlthat seinerseits konnte sich nach Abwägen der oftmals unterschiedlichen und trotzdem nicht unvereinbaren Standpunkte in den Entscheidungen der Züchtergemeinschaft wiederfinden.

Den 1978 gegründeten „Stall Silbereiche“ wird es weiter geben: die mit Schwerpunkt auf die Vollblutzucht ausgerichtete Teilnahme am Galopprennsport hat nunmehr über 30 Jahre vielen Mitgliedern Spaß gemacht; so soll das auf Langfristigkeit und Konstanz ausgerichtete Konzept auch nicht geändert werden. Das Ausscheiden von Jens H. Wohlthat gibt jedoch auch Anlass zu sagen, dass der „Stall Silbereiche“ keine geschlossene Gemeinschaft ist. Wir nehmen gern neue Mitglieder (Gesellschafter) auf, die sich mit unserer Konzeption identifizieren und sich vorstellen können, über mehrere Jahre bei uns mitzumachen. Alle Mitglieder sind in die Entscheidungsprozesse eingebunden und dank der heutigen Möglichkeiten der Kommunikation und Information immer „nah“ bei den Pferden der Silbereiche-Zucht. Für Interessenten, die keinen „One-Night-Stand“ in der Vollblutzucht suchen, gibt es weitere Informationen unter www.silbereiche.de oder direkt beim Geschäftsführer Christian Bodenstedt, Tel. 0511 / 391970 (abends).



SILBEREICHE-JUNIOREN-PREIS eingestellt

Auch 2009 fand der tradionelle Silbereiche-Junioren-Preis – zuletzt 2007 ausgetragen - keinen Platz mehr im Jahresprogramm des Hannoverschen Rennvereins. Die wirtschaftliche Lage der Rennvereine erlaubt es nicht mehr, Rennen unterfinanziert durchzuführen. Deshalb passte der Nachwuchswettbewerb, bei dem die Namensgeberin zuletzt vorrangig auf wertige Ehrenpreise setzte, offensichtlich nicht mehr in das hannoversche Jahresprogramm.